First Tuesday Party des Entrepreneurship Club

Die deutschlandweite Gründerwoche naht mit großen Schritten. Und wir – das Clustermanagement Musikwirtschaft, Adtelligence & das Mannheim Center for Entrepreneurship and Innovation – möchten ihr natürlich einen ordentlichen Empfang in Mannheim bereiten. Deshalb heißt es Anfang November auch wieder: Meet, Connect and Start für alle, die in der Region etwas bewegen (möchten).

Am Dienstag, den 05.11.13, öffnet das Mannheimer Café Prag daher exklusiv für Euch seine Pforten, die sonst nur für Jazz-Gurus geöffnet werden. Ab 19:30 Uhr könnt Ihr dann wie gewohnt in netter Atmosphäre und vollkommen ungezwungen andere GründerInnen, Kreative, UnternehmensvertreterInnen und Investoren kennenlernen und gemeinsam Ideen vorantreiben.

Wir freuen uns, dass wir mit Dr. Christian Thum und Dr. Stefan Seedorf die zwei Gründer von Synchronite für eine Eröffnungs-Präsentation über ihre Gründungs- und Erfolgsgeschichte gewinnen konnten.

Freut euch zudem auf weitere kleine Überraschungen, die Euch das Netzwerken noch leichter machen und Eure Idee zum passenden Investor oder Euren Gründungswunsch zur passenden Idee bringen.

Kommt zahlreich – und kommt zeitig. Die ersten 100 Gläser Sekt gehen auf uns!

Aufgrund begrenzter Kapazität wird um Anmeldung an pr@entrepreneurshipclub.de bis 04. November, 23:59 Uhr gebeten.

Wer noch kein Clubmitglied ist, kann sich hier kostenlos registrieren: www.entrepreneurshipclub.de/registrierung/

Datum: 05.11.2013
Zeit: 19:30 Uhr

Ort: Café Prag
/ E4 17 / 68159 Mannheim

Wir freuen uns auf Euch.

Mit den besten Grüßen
Euer EPSC-Team

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für First Tuesday Party des Entrepreneurship Club

Turn The Page

Das Clustermanagement Musikwirtschaft freut sich in Zusammenarbeit mit der Kultur- und Kreativwirtschaftsförderung und der Popförderung der Stadt Mannheim sowie der Metropolregion Rhein-Neckar zur nächsten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Turn The Page“ einzuladen. In der Reihe werden Fragen und Herausforderungen des Marketings und der Kommunikation in der Kultur- und Kreativwirtschaft kritisch erörtert und diskutiert.

Wir konnten erneut zwei hochkarätige Referenten für diesen Abend gewinnen:

Dirk Brünner (Leitmotiv Online Medien GmbH & Co. KG / u.a. regioactive.de)

Einführung in die Online-Werbung

Zunächst erhält der Besucher grundlegende Informationen über den Aufbau der Online-Werbebranche, Umsatzentwicklungen sowie Mediaforschung. Anschließend werden drei relevante Disziplinen der Online Werbung (Suchmaschinen Werbung, Social Media Advertising sowie klassische Display Werbung) vorgestellt und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kampagnenstrategien sowie Werbeträgergattungen voneinander abgegrenzt. Um eine sichere Planung, Umsetzung und Auswertung von Kampagnen zu ermöglichen, werden die wichtigsten Fachbegriffe sowie technische Grundlagen der Online-Mediabranche erläutert. Die richtige Interpretation von Mediadaten und Preis-Leistungs-Angaben sind demnach ebenso Bestandteil wie die Werbemittelproduktion und der Umgang mit Analyse-Tools. Abschließend sollen Werbemöglichkeiten für Veranstalter und kulturelle Einrichtungen diskutiert werden.

Steven Walter (PODIUM Festival Esslingen)

Das PODIUM Festival Esslingen steht für kulturelle Innovation. Es nutzt auf einzigartige Weise die Möglichkeiten des Internets in der Konzeption, Organisation, Kommunikation und Vermarktung der eigenen Projekte. Ein ausgeprägter „online first“-Ansatz ermöglichte dem Festival eine atemberaubende Entwicklung von der studentischen Initiative hin zu einem innovativen Vorzeigeprojekt in nur fünf Jahren. Gründer und Künstlerischer Geschäftsführer Steven Walter erklärt anhand von konkreten Beispielen das ungewöhnliche on- und offline-Marketing des Festivals.

Vorträge & Diskussion
Datum: 18. September 2013

Ort: Zwischenraum (Friedrichsring 46 / 68161 Mannheim)

Beginn: 18 Uhr

Eintritt frei!

Veranstaltet von: Clustermanagement Musikwirtschaft, Kultur- und Kreativwirtschaftsförderung und Popförderung Mannheim & Metropolregion Rhein-Neckar.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Turn The Page

i am poet. machen ihr Schwimmabzeichen

Die Mannheimer Band steht dem Clustermanagement Musikwirtschaft Rede und Antwort über das Hochwasser, die regionale Unterstützung und ihre Zukunftspläne

Überschwemmung: Was ist passiert?

Hallo i am poet., in den letzten Wochen gab es von euch schon Einiges zu hören, aber erzählt doch noch mal kurz, wer ihr seid und was euch passiert ist.

Wir sind Max, David & Elias alias i am poet. Wir studieren hier in Mannheim und Heidelberg Musikbusiness, Musikdesign und Musiktherapie. Wir schreiben und spielen elektronischen Indie. Anfang Juni wurden wir in unseren Plänen zu touren und unser Debütalbum zu veröffentlichen allerdings ziemlich zurückgeworfen, da unser Proberaum vom Hochwasser des nahgelegenen Hafenbeckens überschwemmt wurde. Wir hatten etwas Glück, dass das Wasser nicht bis zum Fenster ging und die Tür soviel abgehalten hat, sodass zum Zeitpunkt unseres Eintreffens das Wasser nur etwa bis zu den Knien reichte. So konnten wir noch einige Sachen vor dem sicheren Defekt retten und Equipment, das auf dem Boden stand (was in unserem Fall fast alles war), aus dem Wasser fischen und durch das Fenster in die – perverserweise – scheinende Sonne legen. Der emotionale und finanzielle Schaden ist allerdings immer noch sehr hoch.

Reaktion: Wer hat geholfen & wie?

Nach der Überschwemmung gab es ja eine regelrechte Flutwelle an Unterstützungen, wer hat mitangepackt?

Die erste Unterstützung haben wir quasi direkt vor Ort beim Ausräumen bekommen. Dort haben uns Mitarbeiter der nahegelegenen Speditionsfirma beim Ausräumen geholfen, deren Lager glücklicherweise verschont geblieben ist! In den Tagen darauf haben viele unserer Kommilitonen von der Popakademie bei der Säuberung und Durchführung von leichten Reparaturen geholfen. Die größte Unterstützung kam jedoch zweifellos durch die unglaubliche Finanzspritze, die wir von Spendern aus der ganzen Region erhalten haben. Über die Spendenaktion aber auch tolle Einzelaktionen wie den Kuchenverkauf an der Popakademie, die Straßenmusik von Kommilitonen und das Benefizkonzert von TL Mazumdar haben wir mittlerweile soviel Geld zusammenbekommen, dass wir hoffentlich bald wieder loslegen können. Das Sahnehäubchen war dann natürlich noch das 1000€ Endorsement von BackstagePRO und Adam Hall. Das ist wirklich Wahnsinn und hilft uns ungemein!

Euer Dilemma wurde auf facebook fleißig von Freunden und Musikern geteilt und auch bei eurem fröhlichen Kuchenessen zeigten sich Viele hilfsbereit. Wie würdet ihr die Zusammenarbeit in der Mannheimer Musikregion beschreiben?

Das war einfach unglaublich. Ich glaube aber auch, dass andere Musiker unsere Verzweiflung in diesem Moment am ehesten mitfühlen konnten. Schön war vor allem, dass wir von vielen Musikern Angebote für Sachspenden oder Leihgaben erhalten haben, um direkt nach dem Dilemma nicht ganz mit heruntergelassener Hose dazustehen. Da haben sich Mannheim und seine Kulturakteure wirklich von der besten Seite gezeigt!

Ironischerweise ist eure neue Single mit dem Namen „Raindrops“ betitelt. Sind die Verkaufszahlen auch so schnell gestiegen wie das Hochwasser? Wie viele Songs wurden letztendlich heruntergeladen?

Uns ging es bei dem Song ja nicht vorrangig um den Verkauf sondern eher darum, Spendern gleich ein gewisses Dankeschön zurückzugeben. Alles in Allem wurde der Song ca. 200 Mal heruntergeladen, was in etwa der Anzahl der Spender entspricht.

„Here I lie between some earthworm corpses and I try to remind myself of those good times“ heißt es in eurem Song „Raindrops“, da habt ihr die Zukunft schon fast vorhergesehen. Was treibt euch zum Weitermachen an?

Einen „Antrieb“ zum Weitermachen brauchen wir gar nicht. Die Frage jetzt irgendwie einen Cut zu ziehen und erst mal alles niederzulegen, stand auch nie im Raum. Wir machen einfach weiter, weil wir gar nicht anders können.

Zukunft: Wie geht es weiter?

Worin wurde dann als erstes wieder investiert?

Die 1000€ haben wir bei Adam Hall hauptsächlich für neue Mikrofone und Mischpulte ausgegeben, da die alten leider nach dem Wasserschaden nicht mehr einwandfrei funktionieren. Dazu kamen noch ein paar Stative und das wichtigste: Ein Kabeltester! Das hilft uns jetzt bei der Fehlersuche erst mal ungemein.

In einem Interview Anfang dieses Jahres antwortete David auf die Frage nach euren nächsten Plänen: „viel Zeit im Proberaum verbringen, eine gute Show auf die Beine stellen und Gigs spielen“. Wie haben sich diese Pläne nun verändert?

Nun ja, bis auf die Sache mit den Gigs bleibt der Plan erst mal erhalten. Wir sind in unserer Zeitplanung jetzt einfach etwas zurückgeworfen worden und durch die momentane, zwangsmäßige Pause müssen und wollen wir uns erst mal wieder ein paar Wochen in unserem wunderschönen, neuen Proberaum einschließen, um die Show (dann mit teilweise neuem Equipment) zu perfektionieren.

Was steht nun an und worauf freut ihr euch am meisten?

Ganz oben auf der Liste steht natürlich das Release unseres Debütalbums im November. Wir sind gerade voll in der Vorbereitung und es ist super spannend, weil jeden Tag News hinsichtlich Vertrieb, PR oder Video eintrudeln. Eine Tour war für Anfang 2014 geplant. Es wird jetzt zeitlich allerdings wohl etwas schwierig, dies umzusetzen. Es wird definitiv einige Gigs geben, nur wann wir die durchziehen können, ist eben noch nicht ganz sicher. Sonst: Wir haben schon angefangen, neues Material zu produzieren und freuen uns wahnsinnig darauf, noch weitere neue Songs zu schreiben.

Hat dieses Dilemma – mal abgesehen davon dass ihr nicht mehr euer gesamtes Equipment zur Verfügung habt – die Arbeit an eurem neuen Album in eine andere Richtung gelenkt oder neue Inspiration gebracht?

Die Arbeit an unserem Album hat die Sache nicht sonderlich beeinflusst, da wir im Entwicklungsprozess schon soweit waren, dass Änderungen an den Songs und Aufnahmen gar nicht mehr in Frage kamen. Vondaher glauben wir nicht, dass man einen „flüssigen Einfluss“ in unseren Songs bemerken wird.

Welche positiven Erfahrungen nehmt ihr aus dem Dilemma mit?

Der Zusammenhalt in der Band ist stärker denn je. Auf Fans, Freunde und Familie ist immer Verlass. Wir haben viele tolle neue Kontakte in der Region gewinnen können und haben endlich alle unser Schwimmabzeichen gemacht.

Die Fragen stellte Vivien Cahn.

Mehr Informationen zu i am poet. gibt es unter www.iampoetofficial.com und auf facebook. Den Song „Raindrops“ könnt ihr hier herunterladen.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für i am poet. machen ihr Schwimmabzeichen

Hermann Art Kollektiv Interview

„Was für eine Geschichte erzählt werden wird, weiß ich selbst noch nicht, obwohl ich sie erzählen werde.“

Jens Wienand (Mitbegründer des Hermann Art Kollektivs) im Gespräch mit dem Clustermanagement Musikwirtschaft über das Hermann Art Kollektiv Festival

Hermann Art Kollektiv

Hermann Art Kollektiv

Seit September 2012 bist du beim Hermann Art Kollektiv aktiv. Erzähl doch mal, was ist das Hermann Art Kollektiv überhaupt?

Das Hermann Art Kollektiv ist ein Künstlerkollektiv, das sich aus Jazz Musikern der Metropolregion zusammensetzt. Wir sind 10 Mitglieder – davon sind 8 Musiker, plus ich als derjenige, der sprachlich und inhaltlich zuliefert und Christina Stihler, die bekannt ist durch ihren „Projekt-E“ Film und sich um die visuelle Konzeption kümmert. Wir denken, dass wir hier die Crème-de-la-Crème der Leute, die hier ein gewisses Standing haben, nach außen repräsentativ zusammengeführt haben. Und der Sinn dieses Zusammenschlusses war darin begründet, dass man ein Kollektiv machen wollte, das nicht nur Jazz im Fokus hat, sondern auch interdisziplinär arbeitet. Das heißt also, mehrere Kunstrichtungen mit der Musik zusammenbringt.

Ihr arbeitet ja mit Menschen aus verschiedenen künstlerischen Bereichen wie Fotografie, Film, Literatur und Theater zusammen. Wie genau gestaltet sich da die Zusammenarbeit?

Wir arbeiten da ganz urdemokratisch und das funktioniert eigentlich auch sehr gut. Alle Leute, die da am Tisch sitzen, sind Macher, die selbst verschiedene Projekte am Laufen haben und natürlich auch ihre eigenen Kombos haben. Von daher war es nicht schwierig, alle Beteiligten davon zu begeistern, dass jetzt etwas passiert und aktiviert werden soll. Sonst hätten wir uns wahrscheinlich auch gar nicht zusammengefunden.

Was war denn die zugrunde liegende Vision des Kollektivs?

Eine der Sachen die uns natürlich antreibt, ist, etwas Großes und etwas Besonderes in der Metropolregion aufzumachen. Dass wir jetzt dieses Festival nur in Mannheim veranstalten, hat lediglich organisatorische Gründe gehabt. Wir wären damit auch gerne noch weiter bis Heidelberg oder Ludwigshafen rausgegangen. Aber für den Startschuss und dafür dass von der Grundidee bis zum Festival nur neun Monate vergangen sind, ist das schon relativ fett vom Programm her. Die Idee war, dass wir als Zusammenschluss von Akteuren, die wir ja schon auf verschiedenen Ebenen bekannt sind, eine kulturpolitische Marke setzen möchten als Gegengewicht zu etablierten Strukturen. Jeder von uns macht sowieso schon sehr viel, aber jetzt mit dem Kollektiv zusammen und nun auch mit dem ersten Festival entsteht eine Besonderheit, die es in der Form noch nicht gegeben hat und die auch deutschlandweit in diesem Bereich neu ist.

Was steht denn auf dem Programm des Hermann Art Kollektiv Festivals?

Wir haben uns überlegt: Wenn wir mal ein Festival machen würden, wie könnten denn die einzelnen Tage aussehen und was würde ich denn selbst gerne sehen? Das war so die Grundüberlegung und dann haben wir überlegt: Wer sitzt denn hier alles am Tisch? Es war von vorneherein klar, dass das Festivalprogramm nicht so aussieht wie bei anderen Festivals. Dass man eben nicht einfach nur bestehende Kombos spielen lässt und das als Festival aufzieht, sondern alles, was hier passiert, sind Premieren. Diese Kombination von Musikern, die da stattfindet, gibt es ansonsten so nicht zu sehen und wird es wahrscheinlich danach auch selten zu sehen geben – das ist schon eine große Besonderheit. Es ist eben nicht das „Alexandra Lehmler Quartett“ und nicht das „Thomas Siffling Trio“, sondern das sind die Kombinationen von den einzelnen Musikern in der Auseinandersetzung mit der dazukommenden Kunstrichtung. Mit dem Ballett sind wir zum Beispiel am Samstag im Tanzhaus oder am Donnerstag mit dem Jazz Poetry Slam in der Alten Feuerwache. Das sind wirklich große Themen, die da aufeinandertreffen. Und es ist auf jeden Fall vom Programm her so, dass man – auch wenn man jetzt keinen direkten Draht zur Jazzmusik hat – angesprochen wird und an den Abenden vor Ort den Zugang findet. Ich selbst bin auch kein Jazzer, aber das ist einfach etwas, das man live sehen muss. Ich bin nun fast jeden Tag des Festivals bei einem Projekt involviert, entweder als Sprecher oder im Sounddesign, und hatte gestern erst eine Probe für das Wagner-Set am Samstag. Und auch wenn man da nur ein oder zwei Sachen, wie zum Beispiel den „Walkürenritt“, erkennt, ist das echt Wahnsinn. Diese Motive sind da wirklich erfahrbar und die Sounds des Orchesters mit den drei Instrumenten haben mich sehr beeindruckt.

Wie war das denn für dich, mit anderen Kunstrichtungen zusammenzuarbeiten? Ergab sich daraus etwas Unerwartetes?

Mir macht es Spaß, mich künstlerisch auf neue Dinge einzulassen. Wir haben ganz viele Projekte, wo ich jetzt auch noch gar nicht genau weiß, was da an dem Abend passieren wird – zum Beispiel die „Heldenreise“. Das wird ein Film, der bei den Leuten im Kopf entsteht. Wir haben Hintergründe, die Christina erarbeitet, wir haben einen Soundtrack für den Film und was für eine Geschichte erzählt werden wird, weiß ich selbst noch nicht, obwohl ich sie erzählen werde. Wir fragen dann das Publikum, um wen es geht und was die Schwerpunkte sind. Nach der Dramaturgie von Vogler, der den Zyklus der Heldenreise im Film analysiert hat, wird dann eine Geschichte erzählt werden. Und das finde ich natürlich auch schön und interessant, weil ich bisher weder den Soundtrack gehört noch die Bilder gesehen habe. Das wird für alle Beteiligten eine sehr spannende Angelegenheit und so sind eigentlich alle Projekte angelegt. Auch das Kollektiv hat nicht alle Programmpunkte gesehen, da entstehen teilweise jetzt auch ganz neue Sachen an den Abenden selbst. Wo man dann, selbst wenn man mit geprobt hat, gar nicht weiß, was alles passieren wird. Außerdem ist natürlich auch sehr spannend, dass die Altersspanne bei uns im Team sehr groß ist. Ich und Christina sind mit 32 die Jüngsten und Klaus ist mit 60 der Älteste. Das sind dann fast 30 Jahre Generationenunterschied, die dort zusammen auf eine Vision hinarbeiten und das wird, denke ich, auch sehr cool. Dadurch sprechen wir – verglichen mit dem üblichen Jazzpublikum – hoffentlich auch zusätzlich jüngere Besucher an.

Was ist das Motto des Festivals? Habt ihr da eine bestimmte Linie, die sich durch das gesamte Programm zieht?

Das Thema ist eigentlich „Wir feiern Geburtstag!“. In diesem Rahmen gibt es am Mittwoch erst mal eine Begrüßungsparty, am Freitag steht das Programm unter dem Aspekt „Helden und Legenden“, da in diesem Jahr zum Beispiel auch Supermann 60 geworden ist, und auch mit Wagner wird am Samstag 200. Geburtstag gefeiert. Es wird daher immer mal wieder diese Geburtstagsfeierlichkeit und das Heldenthema auftauchen.

Ihr habt ja beim Hermann Art Kollektiv das Motto, dass ihr ein Stück von eurem Kuchen weiterreicht. Was wollt ihr dem Publikum bei diesem Festival weitergeben?

Die Grundidee von diesem Hermann Kuchen ist, dass man einen Teil behält und für sich selbst verwendet und einen Teil an andere Leute weitergibt. Wir sehen das als Künstler genauso. Das Spannende bei diesem Kollektiv ist, dass jeder seine künstlerische Besonderheit dazu gibt und sich selbst dann ein Stück von den anderen mit rausnimmt. Das machen wir jetzt erst mal nur im Rahmen des Kollektivs, soll aber als Idee in Zukunft immer auch mal Leute von außen miteinbeziehen. Das Festival, das wir nun als Hermann Art Kollektiv veranstalten, wird bis zum nächsten Jahr hoffentlich schon so gewachsen sein, dass man noch mehr Künstler mit dabei haben kann. Und dieses Zusammenspiel von verschiedenen Akteuren ist eben unsere „Hermann-Idee“.

Wir sind gespannt, ob wir beim Hermann Art Kollektiv Festival vom 12. -16. Juni ein Stück vom Kuchen abbekommen. Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Vivien Cahn.

Mehr Informationen, das Programm und Tickets zum Hermann Art Kollektiv Festival gibt es unter www.hermannartkollektiv.de und auf facebook.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Hermann Art Kollektiv Interview

Ausschreibung

Gastronomie des Neubaus „Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch“

Die mg: mannheimer gründungszentren gmbh sucht zum 1.1.2015 einen Betreiber einer gastronomischen Einrichtung im neuen Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch.

Im Stadtteil Jungbusch entsteht bis zum 1.1.2015 ein neues Kreativwirtschaftszentrum in attraktiver Lage am Verbindungskanal im Bereich der Teufelsbrücke. In dem modernen Gebäudekomplex entstehen auf rund 4000 qm Büro- Veranstaltungs- und Besprechungsflächen für ca. 40 Unternehmen mit ungefähr 180 Mitarbeitern. Darüberhinaus wird eine kommunale Galerie angesiedelt sein. Im Bereich der kommunalen Galerie wird ein Bistro/Restaurant mit Küche und Nebenräumen für ca. 40 Gäste erstellt. Die Fläche des Gastraums beträgt 86 qm. Die Nebenflächen haben je nach Bedarf zwischen 50 und 80 qm. Im Außenbereich stehen ca. 50 qm direkt vor dem Objekt und ca. 100 qm auf einem direkt angrenzenden Steg am Verbindungskanal zur Verfügung. Die Räume haben eine Glasfassade. Der Charakter dieser Gastronomie entspricht einer Kaffee-Bar, weniger einem Vollrestaurant. Das Speisenangebot sollte auf wenige, leicht zu fertigende Speisen reduziert werden. Außenbewirtung wird auf rund 200 Plätzen bis ca. 22.00 Uhr möglich sein. Diesbezügliche Genehmigungen müssen vom Betreiber eingeholt werden. Parkplätze stehen auf dem Parkplatz am Neckar, ca. 200 m entfernt zur Verfügung und müssen mit angemietet werden. Der Mietpreis beträgt 9,90 EUR / qm zzgl. Nebenkosten, Parkplätze und Umsatzsteuer.

Für diese Gastronomie sucht die mg:gmbh ein Betreiberunternehmen das einen langfristigen Mietvertrag abschließt.

Bewerber müssen folgende Angaben machen bzw. Nachweise führen:

  • Vorlage eines aussagekräftigen,  gastronomischen Betreiberkonzepts, das den Besonderheiten des Standortes (prominente Position im Stadtteil Jungbusch), der Mieterschaft (kreative, junge Unternehmen) und den Kunden (Kunstinteressierte) gleichermaßen gerecht wird. Bitte treffen Sie hierbei Aussagen zu

Angestrebten Öffnungszeiten
Angebot Speisen und Getränke
Cateringmöglichkeiten bei Veranstaltungen, Tagungen und Seminaren

  • Nachweis langjähriger Erfahrung im Betrieb ähnlicher gastronomischer Einrichtungen
  • Ausführungen zum besonderen Bezug, bzw. Vernetzung zum Stadtteil Jungbusch und der hier lebenden multiethnischen Bewohnerschaft
  • Angabe mindestens eines Referenzobjektes, das durch Sie betrieben wurde.

Sollten sie Interesse haben diese Flächen anzumieten und das gastronomische Objekt zu betreiben, senden Sie bitte die erforderlichen Unterlagen bis zum 1. Juni 2014 an mg: mannheimer gründungszentren gmbh, Christian Sommer, Julius-Hatry-Straße 1, 68163 Mannheim. Herr Sommer steht ihnen per Mail für Rückfragen zur Verfügung: sommer@mg-gmbh.net.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Ausschreibung

Turn The Page

Turn The PageNach der großartigen Resonanz der ersten „Turn The Page“-Veranstaltung im letzten Jahr setzen wir die Reihe jetzt fort. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hagen Kohn (Berlin) einen ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet Social Media in der Kultur- und Kreativwirtschaft für den Vortrag gewinnen konnten. Der Vortrag ist kostenlos!

Vortrag & Diskussion

„Social Media in der Kultur- und Kreativwirtschaft – (k)eine Frage des Geldes“

Die Frage ist schon lange nicht mehr, ob Kulturbetriebe Social Media in ihre Kommunikationsstrategie einbeziehen müssen, sondern wie dies mit geringen personellen und finanziellen Ressourcen zu bewerkstelligen ist. Anhand von konkreten Praxisbeispielen soll gezeigt werden, welche Bereicherung Social Media für die Ausstrahlung einer Kultur- oder Kreativwirtschaftseinrichtung oder eines einzelnen Künstlers darstellen kann – wenn die entsprechenden internen Voraussetzungen gegeben sind.

Hagen Kohn arbeitet als Projektmanager beim Kulturportal Vioworld und ist als Dozent für Social Media Management an der UdK Berlin, der HTW Berlin und an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation tätig. Er ist Mitbegründer des Social-Web-Netzwerks Timeline e.V.

Datum: 18.04.2013
Beginn: 18.00 Uhr
Ort: Raum 1 @ Alte Feuerwache Mannheim
Eingang: Kopfseite der AFWM
Eintritt frei!

Veranstaltet von: Beauftragten für Kultur- und Kreativwirtschaften, Clustermanagement Musikwirtschaft (RWB-EFRE gefördert) , Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar und der Beauftragten für Musik- und Popkultur.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Turn The Page

Praktikum zu vergeben

Du suchst Praxiserfahrung im Bereich Musik- und Kreativwirtschaft, Wirtschaftsförderung, Eventplanung und das noch dazu in einem netten Team? Dann bist du bei uns richtig.

Zeitraum:

  • Ab sofort für 3-6 Monate

Aufgaben:

  • Unterstützung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Homepage und Social Media-Betreuung
  • Pflege der Datenbank
  • Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Events und Messen
  • Koordination der Busvermietung
  • Unterstützung des Back-Office

 

Anforderungsprofil:

  • Eigenverantwortliches Arbeiten
  • Teamfähigkeit
  • Führerschein Kl. B (und Fahrpraxis!)
  • Flexibilität
  • Grundlegendes Interesse an oben genannten Themengebieten

Bewerbungen mit Lebenslauf an Matthias Rauch: info@cm-musikwirtschaft.de

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Praktikum zu vergeben

Änderung der Umsatzsteuerbefreiung für Musiklehrer_Innen?

Eine Mail von Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Christoph Scherf:


Liebe Musiker, die auch Musikunterricht erteilen !

Zu untenstehender Information gibt es die Neuigkeit, dass es nichts Neues gibt. Diese Änderung des § 4 Nr. 21 UStG ist zusammen mit vielen anderen Änderungen im Steuerrecht aufgrund parteitaktischer und bundestagswahlvorbereitender Machtgeplänkel im Bundesrat gescheitert. Das Thema wird aber für 2014 wieder aufgegriffen werden, da es um die Umsetzung zwingenden EU-Rechts geht. Die Problematik für euch ist, dass nur die Umsätze für Ausbildung und Fortbildung und berufliche Umschulung begünstigt sein sollen. Zwar kann Musik ein Beruf sein oder schulbegleitende Ausbildung. Aber das trifft nicht bei allen euren Schülern zu. Ich werde das Thema weiter beobachten und rechtzeitig Strategien entwickeln.

Eines ist aber klar. Die lokalen Behörden werden nicht mehr zuständig sein für die Bescheinigung nach § 4 Nr. 21 Buchstabe a) Doppelbuchstabe bb) UStG, dass ihr eine Einrichtung seid, die „auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des öffentlichen Rechts abzulegende Prüfung ordnungsgemäß“ vorbereitet. Das entscheidet künftig das Finanzamt selbst. Um fachkundige Indizien auf seiner Seite zu haben ist es daher zwingend ratsam sich jetzt noch die Bescheinigung von eurer lokalen Behörde zu holen.

Ihr wollt unbedingt eine Bescheinigung nach § 4 Nr. 21 Buchstabe a) Doppelbuchstabe bb) UStG (Beispiel anbei). Bitte keine nach Buchstabe b). Nehmt eure Diplome mit.

Wer schon eine solche Bescheinigung hat, braucht keine neue.

Für Mannheim ist zuständig:
Musikschule Mannheim, E 4, 14, 68159 Mannheim
Abteilungsleiter Herr Hansjörg Korward
Zimmer 102
Tel.: 0621 / 293-8780
Fax: 0621 / 293-9538
E-Mail: musikschule@mannheim.de
oder hansjoerg.korward@mannheim.de

Für den Rhein-Neckar-Kreis ist zuständig:
Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Kurfürstenanlage 38-40, 69115 Heidelberg
Frau Maika Drechsel
Zimmer 234
Tel.: 06221 / 522-1436
Fax: 06221 / 522-91436
E-Mail: maika.drechsel@rhein-neckar-kreis.de


Die obige Mail bezieht sich auf Informationen aus dem Oktober 2012:


Betreff: Änderung Umsatzsteuerbefreiung für Musiklehrer ?!
2013 Nein – 2014 Ja

Liebe Musiker,

Bisher sind eure Leistungen als Musiklehrer entweder umsatzsteuerbefreit weil ihr an einer nach § 4 Nr. 21 Buchstabe a) UStG umsatzsteuerbefreiten Musikschule unterrichtet oder umsatzsteuerbefreit wenn ihr beim Schüler zuhause oder in eurem Probenraum unterrichtet und selbst eine Bescheinigung nach § 4 Nr. 21 Buchstabe a) UStG habt. Nun soll der bisherige Gesetzestext zur Umsatzsteuerbefreiung ab 1.1.2013 redaktionell geändert werden. Dabei soll glattgezogen werden, was ich bisher schon nicht verstanden habe. Denn der alte Nr. 21 sagt: „…auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des öffentlichen Rechts abzulegende Prüfung ordnungsgemäß vorbereiten …“. Das habt ihr bisher auch nicht (wenn man mal von der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung bei der Musikhochschule absieht) und habt bisher daher meines Erachtens unberechtigt die Steuerfreiheit genutzt. Was ich euch natürlich gönne. Nur geht die Aufregung dessen was da durchs Internet geistert halt am Thema vorbei.

Durch die neue Regelung sollt ihr nun nicht mehr erfasst sein (Entwurf BReg S. 33):

„21. Schul- und Hochschulunterricht, Aus- und Fortbildung sowie berufliche Umschulung (Bildungsleistungen) und damit eng verbundene Lieferungen und sonstige Leistungen durch Einrichtungen des öffentlichen Rechts, die mit solchen Aufgaben betraut sind, Ersatzschulen, die gemäß Artikel 7 Absatz 4 des Grundgesetzes staatlich genehmigt oder nach Landesrecht erlaubt sind, und andere Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung sowie Bildungsleistungen von Privatlehrern. Eine vergleichbare Zielsetzung ist gegeben, wenn die Leistungen der Einrichtung geeignet sind, dem Teilnehmer spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln. Nicht befreit sind Leistungen, die der reinen Freizeitgestaltung dienen. Erbringt eine andere Einrichtung mit vergleichbarer Zielsetzung Leistungen im Sinne des Satzes 1, die auch der Freizeitgestaltung dienen können, sind diese nur dann befreit, wenn die Einrichtung keine systematische Gewinnerzielung anstrebt und etwaige Gewinne, die trotzdem anfallen, nicht entnommen, sondern zur Erhaltung oder Verbesserung der erbrachten Leistungen verwendet werden;

Die Gesetzesbegründung der Bundesregierung dazu umfasst 5 Seiten (Entwurf BReg S. 120-124). Es finden sich darin beruhigende Sätze durch die man die „reine Freizeitgestaltung“ wegdiskutieren kann. Schließlich dient jeglicher Musikunterricht der Verbesserung der Note im Schulfach Musik und damit dem Schulunterricht. Jedoch gehen die Meinungen der mir bisher bekannten Stellunganhmen da auseinander. Problematisch könnte der letzte Satz mit der Gewinnerzielungsabsicht sein. Dessen Ausmaß verstehe ich noch nicht ganz. Aber wenn ich ihn negativ verstehe, dann habe ich schon eine Idee, was man da gestalten kann. Wer sich Sorgen macht, meldet sich bei mir. Wer nicht, der wartet ab, was da wirklich Gesetz wird.

Nach gefestigter Rechtsprechung des EuGH zu anderen Steuerbefreiungen umfasst der Begriff „Einrichtungen“ auch natürliche Personen.

Durch die Steuerbefreiung von Bildungsleistungen der begünstigten Unternehmer soll gewährleistet werden, dass der Zugang zu den bezeichneten Leistungen nicht durch höhere Kosten versperrt wird, die entstünden, wenn diese Tätigkeiten der Mehrwertsteuer unterworfen wären.

Zweck der Steuerbefreiung ist es weiterhin, eine gleichmäßige umsatzsteuerliche Behandlung der privaten und der öffentlichen Schulen herbeizuführen, da die von juristischen Personen des öffentlichen Rechts unterhaltenen Schulen gemäß § 2 Absatz 3 UStG regelmäßig nicht der Umsatzsteuer unterliegen.

Der Begriff des Schul- und Hochschulunterrichts beschränkt sich nicht nur auf Unterricht, der zu einer Abschlussprüfung zur Erlangung einer Qualifikation führt oder eine Ausbildung im Hinblick auf eine Berufstätigkeit vermittelt, sondern schließt auch Tätigkeiten ein, bei denen die Unterweisung in Schulen oder Hochschulen erteilt wird, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler oder Studenten zu entwickeln. Ein direkter Bezug zu einem Beruf ist nicht erforderlich.

Dienstleistungen der Ausbildung, Fortbildung oder beruflichen Umschulung, …, umfassen Schulungsmaßnahmen mit direktem Bezug zu einem Gewerbe oder einem Beruf sowie jegliche Schulungsmaßnahmen, die dem Erwerb oder der Erhaltung beruflicher Kenntnisse dienen. Die Dauer der Ausbildung, Fortbildung oder beruflichen Umschulung ist hierfür nach den unionsrechtlichen Vorgaben unerheblich. Steuerbegünstigte Ausbildung, Fortbildung und berufliche Umschulung kann, entgegen der bisherigen Verwaltungsauffassung, auch im Rahmen von Tagesveranstaltungen erfolgen.

Auf die Ziele der Personen, welche die Bildungsleistungen in Anspruch nehmen kommt es nicht an. Unerheblich ist deshalb, ob die Personen, an die sich die Leistungen der Einrichtung richten, tatsächlich einen Schul- und Hochschulabschluss erreichen wollen oder ob die Leistungen der Ausbildung, Fortbildung oder beruflichen Umschulung dieser Personen dienen. Daher können auch Maßnahmen im frühkindlichen Bereich Bildungsmaßnahmen sein.

§ 4 Nummer 21 Satz 1 Alternative 3 UStG befreit Bildungsleistungen anderer Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung. Eine vergleichbare Zielsetzung ist nach § 4 Nummer 21 Satz 2 UStG gegeben, wenn die Leistungen der Bildungseinrichtung geeignet sind, dem Teilnehmer spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln. Als Nachweis hierfür kann der Lehrplan, die Lehrmethode, die Qualifikation der eingesetzten Lehrkräfte und des Lehrmaterials herangezogen werden. Liegen die Voraussetzungen des § 4 Nummer 21 Satz 2 UStG nicht vor, ist davon auszugehen, dass die Einrichtung die erforderlichen Inhalte und Merkmale nicht aufweist oder zu geringe Anforderungen an die Ausbildung stellt.

Zu den anderen Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung i. S. d. § 4 Nummer 21 Satz 1 Alternative 3 UStG gehören auch selbständige Lehrer, die als freie Mitarbeiter dem Schul- und Bildungszweck dienende Unterrichtsleistungen an Schulen, Hochschulen oder ähnlichen Bildungseinrichtungen erbringen. Die Leistungen der selbständigen Lehrer sollen den Schul- und Bildungszweck nicht nur ermöglichen, sondern ihn selbst bewirken. Auf die Rechtsform des Unternehmers kommt es nicht an. Daher ist die Vorschrift auch anzuwenden, wenn Personenzusammenschlüsse oder juristische Personen beauftragt werden, an anderen Bildungseinrichtungen Unterricht zu erteilen. Von der Umsatzsteuer befreit sind nicht nur die von einem selbständigen Lehrer selbst erbrachten Schul- und Bildungszweck dienenden Unterrichtsleistungen in Schulen, Hochschulen oder ähnlichen Bildungseinrichtungen, sondern auch die dem Schul- und Bildungszweck dienenden Unterrichtsleistungen der von diesen beauftragten selbständigen Dozenten.

Eine Unterrichtstätigkeit liegt vor, wenn Kenntnisse im Rahmen festliegender Lehrprogramme und Lehrpläne vermittelt werden. Entsprechend der v. g. Ausführungen ist die Dauer einer Bildungsmaßnahme unerheblich. Im Hinblick auf die Leistungen selbständiger Lehrer bedeutet das, dass auch einzelne Vorträge, die evtl. Bestandteil eines Tagesbzw. Kurz-Seminars sind, entgegen der bisherigen Verwaltungsauffassung unter die Steuerbefreiung fallen.

Der selbständige Lehrer hat in geeigneter Weise nachzuweisen, dass er an einer Schule, Hochschule oder ähnlichen Bildungseinrichtung tätig ist. Der Nachweis kann, wie bereits bisher, durch eine Bestätigung der Bildungseinrichtung geführt werden, aus der sich ergibt, dass diese die Voraussetzungen des § 4 Nummer 21 UStG erfüllt und die Unterrichtsleistung des selbständigen Lehrers im begünstigten Bereich der Einrichtung erfolgt.

§ 4 Nummer 21 Satz 1 Alternative 4 UStG befreit die Bildungsleistungen von Privatlehrern. Privatlehrer sind Lehrer, die für eigene Rechnung, in eigener Verantwortung und in eigener Person Unterrichtsleistungen erbringen. Hierzu kann z. B. Privatunterricht gehören, bei dem zwischen dem konkreten Inhalt des Unterrichts und den Qualifikationen des Unterrichtenden grundsätzlich ein Zusammenhang besteht. Hierunter kann auch Unterricht fallen, der mehreren Personen gleichzeitig erteilt wird. Die typische Fallgestaltung ist diejenige, dass ein Lehrer Privatstunden in seiner Wohnung oder der des Schülers oder Studenten erteilt. Aber auch Unterricht, der Gruppen von Einzelpersonen erteilt wird, kann unter den Begriff „Privatunterricht“ fallen. Wo der Unterricht erteilt wird, ist dabei unerheblich.

Nicht von der Vorschrift befreit sind nach § 4 Nummer 21 Satz 3 UStG Leistungen, die der reinen Freizeitgestaltung dienen, da diese nicht zu begünstigten Leistungen im Sinne des Artikels 132 Absatz 1 Buchstabe i und j MwStSystRL zählen. Durch die Abgrenzung soll sichergestellt werden, dass nur – wie vom Unionsrecht vorgegeben – Bildungsleistungen und keine Leistungen im Zusammenhang mit der Allgemeinbildung im weiteren Sinn von der Steuer befreit werden.

Maßgebend für die Zuordnung, ob eine Leistung vorliegt, die der reinen Freizeitgestaltung dient, ist die allgemeine Verkehrsauffassung im Einzelfall. Eine reine Freizeitgestaltung kann vorliegen, wenn die vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten nicht durch Vertiefung und Fortentwicklung zur Ausübung einer beruflichen Tätigkeit genutzt werden können. Anhaltspunkte für das Vorliegen einer reinen Freizeitgestaltung können sich aus dem Teilnehmerkreis oder der thematischen Zielsetzung eines Kurses ergeben (vgl. BFH-Urteil vom 24. Januar 2008, V R 3/05).

Bei Kursen, die von ihrer Zielsetzung her auf eine reine Freizeitgestaltung ausgerichtet sind, kann es sich beispielsweise um Kurse in Seidenmalerei, Keramik- und Töpferkurse, oder um Kurse, die sich an Eltern von Schülern richten, um die Wartezeit während des Unterrichts der Kinder sinnvoll zu nutzen, Tanzkurse für Senioren oder allgemein am Tanz interessierte Menschen oder Flirt-Kurse handeln, wie sie zum Beispiel auch an einer Volkshochschule angeboten werden.

Leistungen, die nicht der reinen Freizeitgestaltung dienen, aber neben der Vermittlung von Bildung auch der Freizeitgestaltung dienen können, sind grundsätzlich umsatzsteuerfrei.

Für Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung im Sinne des Satzes 1 (Alternative 3), mit Ausnahme von Ersatzschulen, gilt dies nach § 4 Nummer 21 Satz 4 UStG mit der Einschränkung, dass Bildungsleistungen, die nicht der reinen Freizeitgestaltung dienen, nur dann befreit sind, wenn die sie anbietende Einrichtung mit vergleichbarer Zielsetzung keine systematische Gewinnerzielung anstrebt und etwaige Gewinne, die trotzdem anfallen, nicht entnommen, sondern zur Erhaltung oder Verbesserung der erbrachten Leistungen verwendet werden. Diese Einschränkung der Vorschrift beruht auf Artikel 133 Absatz 1 Buchstabe a MwStSystRL.

Bei der Beurteilung der Frage, ob es sich um eine Einrichtung handelt, die keine systematische Gewinnerzielung anstrebt, sind sämtliche Tätigkeiten dieses Unternehmers zu berücksichtigen. Die Einrichtung darf z. B. im Gegensatz zum Zweck eines gewerblichen Unternehmens nicht darauf gerichtet sein, für ihre Beteiligten Gewinne zu erzielen. Eine Einrichtung ohne Gewinnstreben kann jedoch auch dann vorliegen, wenn sie systematisch danach strebt, Überschüsse zu erwirtschaften, die sie anschließend für die Durchführung ihrer Leistungen verwendet.

§ 4 Nummer 21 Satz 4 UStG erfasst z. B. den Unterricht in einer Ballett- oder Tanzschule, wenn die Betreiber dieser Schulen, sofern es sich dabei um andere Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung i. S. des § 4 Nummer 21 Satz 1 und 2 UStG handelt, Gewinne erzielen möchten. Gleiches gilt z. B. für den Unterricht in einer Musik- oder Schwimmschule.

Die nach derzeitiger nationaler Rechtslage für eine Befreiung derartiger Leistungen noch erforderliche Bescheinigung der zuständigen Landesbehörde, dass sie auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des öffentlichen Rechts abzulegende Prüfung ordnungsgemäß vorbereitet (§ 4 Nummer 21 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb und Buchstabe b Doppelbuchstabe bb UStG in der derzeitigen Fassung) entfällt. Die Finanzbehörden prüfen das Vorliegen aller Tatbestandsmerkmale in eigener Zuständigkeit. Die Abschaffung des Bescheinigungsverfahrens führt zu mehr Rechtssicherheit. Die bislang mit der (unbegrenzten) Rückwirkung bzw. rückwirkenden Durchsetzung von Bescheinigungen verbundene Problematik entfällt. Zudem wird der Bürokratieabbau gefördert, da ein Unternehmer für die Anerkennung der Steuerfreiheit seiner Bildungsleistung nunmehr keine Bescheinigung mehr bei einer anderen Behörde einholen muss, sondern er es nur mit einem Ansprechpartner – der für ihn zuständigen Finanzbehörde – zu tun hat. Auch entfällt der „doppelte Rechtsweg“ (Verwaltungsgerichtsbarkeit, soweit es um die Bescheinigung geht; Finanzgerichtsbarkeit, hinsichtlich der Steuerpflicht).

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Scherf


Kanzlei Scherf – Wirtschaftsprüfung – Steuerberatung
www.kanzlei-scherf.de

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Änderung der Umsatzsteuerbefreiung für Musiklehrer_Innen?

Bei Anruf Musik

Clustermanagement Musikwirtschaft sucht neue Melodie für städtische Telefone

Wer während eines Telefonats mit der Mannheimer Stadtverwaltung weiterverbunden wird, bekommt eine elektronische Version von Mozarts Serenade Nr. 13 für Streicher in G-Dur zu hören – besser bekannt als „Eine kleine Nachtmusik“. So zeitlos und schön dieses Stück im Original ist, so wenig passend erscheint es doch heutzutage in der piepsigen digitalen Variante. Christian Specht, Erster Bürgermeister und IT-Dezernent der Stadt Mannheim, regte daher an, die Wartemelodie anzupassen und zu modernisieren.

„Mannheim präsentiert sich gerne selbstbewusst als die Kompetenz-Stadt in Sachen Musikwirtschaft. Die Popakademie Baden-Württemberg, eine aktive Gründerszene im Musikgeschäft und zahlreiche große Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart unterstützen diesen Anspruch.“, erläutert Specht. „Nun wollen wir auch am Telefon zeigen, wie modern und weltoffen unsere Stadt ist.“

Das Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim & Region sucht deshalb gemeinsam mit der Stadtverwaltung nach einem repräsentativen Sound, der Mannheim als weltoffene und tolerante Heimat vielfältiger Kulturen und junger Talente abbildet. Der ex-klusive 60-Sekünder soll loopfähig und telefonkompatibel sein, außerdem zeitgemäß und breitenverträglich klingen, ohne beliebig zu wirken.

Alle ProduzentInnen,  die ihren Erstwohnsitz in Mannheim haben und sich zutrauen, dieses Thema auditiv umzusetzen, können sich bis 08. Februar 2013 für die Produktion des neuen Stückes bewerben.

Der Auftrag wird von einer Jury bestehend aus Erstem Bürgermeister Christian Specht, dem Clustermanagement Musikwirtschaft, Mitarbeitern des städtischen Fachbereichs Informationstechnologie und dem Beauftragten für Kultur- und Kreativwirtschaften vergeben. Dabei wird zuerst eine Vorauswahl aus allen Einsendungen vorgenommen, da-nach folgt ein vergütetes Pitch-Verfahren als zweiter Schritt. Dem Gewinnertitel winken 8.000 Euro Prämie.

Zur Teilnahme am Pitch schicken Interessierte eine Bewerbungsmail mit aussagefähigem Referenzmaterial als Download-Link und kurzer Beschreibung ihrer bisherigen Tätigkeiten bis zum 08. Februar an info@cm-musikwirtschaft.de

Die detailierten Teilnahmebedingungen findet man hier.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Bei Anruf Musik

Stellenausschreibung: BüroleiterIn (40%) / LeiterIn Öffentlichkeitsarbeit (60%)

Das Clustermanagement Musikwirtschaft besetzt eine Stelle neu und sucht ein neues Teammitglied als BüroleiterIn (40%) / LeiterIn Öffentlichkeitsarbeit (60%).

Aufgaben:

  • Büroleitung des Clustermanagements
  • Controlling und Dokumentation
  • Koordination und Durchführung zeitgemäßer Öffentlichkeitsarbeit
  • Betreuung der Internetauftritte, Koordination und Durchführung einer social-media-Strategie, Erstellung von Newslettern, Pressetexten, etc.
  • Informationsbeschaffung, Verarbeitung und Verteilung von Nachrichten aus der regionalen und (inter-)nationalen Musikwirtschaft
  • Erstellung audiovisueller Medien-Inhalte
  • Öffentlichkeitswirksame Betreuung von Veranstaltungen und anderen Aktivitäten des Clustermanagements z.B. auf Messen und Festivals

Anforderungsprofil:

  • Abgeschlossenes Hochschul-Studium oder vergleichbare journalistische Ausbildung
  • Mehrjährige Branchenerfahrung
  • Ausgeprägtes Organisationsfähigkeit
  • Projektmanagementerfahrung
  • Hohe kommunikative Kompetenz (Textsicherheit) auch und gerade im Web 2.0
  • Kenntnis in gängigen Redaktionssysteme und online-basierten Content-Managements (etwa Typo 3 oder WordPress)
  • Absolute Beherrschung aller gängigen Microsoft Office- und Adobe-Anwendungen
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort & Schrift
  • Netzwerkkompetenz
  • Teamfähigkeit
  • Hohes Maß an Flexibilität
  • Einsatzbereitschaft
  • Führerschein Kl. B
  • Basis-Kenntnisse im Bereich Controlling und Buchhaltung
  • Bestehende Kontakte zu hiesiger Presselandschaft von Vorteil
  • Kenntnis der musikwirtschaftlichen Zusammenhänge von Vorteil

Beginn der Tätigkeit: 01.03.2013

Die detaillierte Stellenausschreibung findet man hier.

Veröffentlicht unter News | Kommentare deaktiviert für Stellenausschreibung: BüroleiterIn (40%) / LeiterIn Öffentlichkeitsarbeit (60%)